Das Gemeindezentrum Lantenbach

Der 2. Weltkrieg hat auch in unserer Region seine Spuren hinterlassen. Viele Menschen sind nach seinem Ende damals als Deutsche aus ihrer Heimat im heutigen Ostpreußen, aus Pommern, Schlesien, Tschechien und anderen Regionen vertrieben worden. Sie mussten sich in eine ungewissen Zukunft und in für sie unbekanntes Land wagen. Für viele von ihnen ist dabei unsere Region im und rund um das schöne Aggertal zu einer neuen Heimat geworden. Es ist der Offenheit, der Freundlichkeit und dem Gottvertrauen vieler der damaligen Bürger zu verdanken, dass es zu einem guten Miteinander gekommen ist. Es prägt zum Teil bis heute die Dorfgemeinschaften in Lantenbach, Bredenbruch, Brink, Bruch, Deitenbach und Helberg.

In den rund zehn Jahren zwischen 1945-55 sind diese kleinen Weiler zu größeren Ortschaften angewachsen. Und auch die Bunte Kerke konnte die Gottesdienstbesucher nicht mehr alle aufnehmen. Deshalb wurde entschieden: Es muss eine zweite Kirche her. Der Ort dafür war schnell gefunden. Im damaligen Neubaugebiet Zu den Gärten wurde das große Grundstück Nr. 8 gekauft. Mit viel Fleiß und „Herzblut“ wurde diese Kirche erbaut – mit Räumen für den Kindergottesdienst im Untergeschoss und einem abtrennbaren Raum hinter dem Gottesdienstraum für Bibelstudium, Gespräch und Gemeinschaft. 1959 waren sowohl Grundsteinlegung und Einweihung – eine wahrlich bemerkenswerte Leistung der evangelischen Christen!

Aber schon gut 20 Jahre später wurde deutlich, dass der Bau den Anforderungen nicht mehr entsprach. Deshalb wurde angebaut: Ein großer Raum der Begegnung entstand, eine Küche, ein kleiner Besprechungsraum und erweiterte Toiletten – behindertengerecht. Auch ein barrierefreier Zugang wurde damals schon mit geplant und angelegt. Im Jahre 1986 war die feierliche Einweihung. Seitdem werden die Räume fleißig genutzt.

Schon immer hat die Verantwortlichen aber auch bewegt, wie das Gemeindezentrum von Jugendlichen genutzt werden kann. Gemeinsam mit dem CVJM Lieberhausen e.V. wurde ein Konzept entwickelt, bei dem das „Nest“ als Anlaufpunkt jahrelang eine wichtige Rolle gespielt hat. Auch der asphaltierte Spielplatz war eben nicht nur als Parkplatz gedacht, sondern als Möglichkeit für Ballspiele und zum Sich-Austoben für die junge Generation.

Heute ist das Gemeindezentrum Lantenbach zwar ein wenig in die Jahre gekommen, aber es wird immer noch oft und gerne von Vielen besucht. Das liegt nicht nur an den Modernen Gottesdiensten, die dort alle 14 Tage um 11:00 Uhr stattfinden, sondern an den vielen Räumlichkeiten, die sich für Veranstaltungen und Besprechungen hervorragend eignen. Deshalb ist der Charme vergangener Zeiten nicht nur ein Grund zur Rückschau; er lädt auch ein, darüber nachzudenken, wie diese Räume in Zukunft genutzt werden können, damit die anstehenden Renovierungsarbeiten mit einer Vision für alle Menschen am Ort verknüpft werden können.